Man kann ja gerne geteilter Meinung sein, wenn es um Seiten mit Kerzentsunamis, Engelsbildern und herzzerreißenden Abschiedsworten von Menschen geht, welche die jüngst tragisch Verstorbene so gar nicht gekannt haben. Aber gezielt in Kondolenzbücher einzufallen, nur um dort mit widerlichen Sprüchen Aufmerksamkeit zu erregen, sollte eigentlich unter der Würde eines jeden denkenden Menschen sein.
Aber genau das geschieht im Moment. Auf der Homepage von Cora, auf freien Kondolenzbüchern und nicht zuletzt auf Facebook. Es sieht so aus, als habe sich ein regelrechter Kleinkrieg zwischen einer angeblich rechtsextremen Szene und der trauernden Rotlicht-Pornoszene entwickelt. Es fängt bei Klagedrohungen an, geht über offene Gewaltaufrufe, bis hin zu wirklich massiven Morddrohungen. Es ist ein peinliches und fremdschämwürdiges Platzhirschgebahren zweier kontroverser Subkulturen.
Coras bekanntes Vorleben als Prostituierte könnte das Involviertsein der Rotlichtszene erklären.
Hohe Honorarforderungen für Interviews durch den Witwer
Ob in so einer aufgeheizten Situation natürlich TV-Interviews angeraten sind, in denen der Witwer via Glotze getragene Wäsche seiner Verblichenen feil bietet und bekannt gibt, dass Devotionalien von ihr selbstverständlich weiterhin über den Shop erhältlich sein werden, darf stark angezweifelt werden.
Angesichts dieser Auswüchse muss man sich aber auch fragen, war das nach BB X nicht absehbar? Sind das nicht die Geister, die Endemol und RTL2 mit ihrer Ausrichtung sowie dem Cast der abgelaufenen Staffel an die Bildröhre gerufen haben? Gut, ein solch tragischer Todesfall war für niemanden absehbar, denn wäre es so gewesen, Cora hätte sich sicherlich nicht der OP unterzogen. Aber dennoch meine ich, mit etwas an vorausschauendem Handeln hätten die Köpfe hinter dem Format erahnen können, was an Zuschauern befindet sich im Schlepptau mancher Bewohner. Spätestens da, als im Netz sämtliche Emotionen hoch- und überkochten, muss auch dem letzten Redakteur klar gewesen sein, man hat die Büchse der Pandora geöffnet und sie viel zu spät, exakt eine Woche vor dem Finale, wieder geschlossen.
Mit einem Seitenblick auf BB XI frage ich mich natürlich auch, haben die Verantwortlichen, die bei BB X eher die Unverantwortlichen gewesen sind, aus dem menschlichen Fiasko gelernt oder wird im Interesse der Quote wieder so schräg gecastet? Werden sie wieder eine Klientel bedienen wollen, die im Grunde vor nichts mehr zurück schreckt, wie sich gerade sehr gut bei FB beobachten lässt oder geht man beim Cast doch lieber 5 Schritte zurück, um damit in Wirklichkeit 10 Formatschritte nach vorne zu gehen?
Jürgen, Zlatko, Sabrina und Co waren auch keine Einsteins, keine Akademiker, aber in ihrem Kielwasser versammelte sich nicht der komplette Auswurf des WWW. Bin ich wirklich naiv, wenn ich hoffe, dass bei Endemol und RTL2 auch ein waches Auge auf das Geschehen rund um den tragischen Tod einer viel zu jung verstorbenen Ex-Bewohnerin geworfen wird, um daraus vielleicht Format- und Castinglehren zu ziehen? Damit wir uns richtig verstehen, ich bin der felsenfesten Überzeugung, Pornodarstellerinnen und -darsteller haben ihre unbedingte Daseinsberechtigung. In Ihrem subkulturellen Biotop. Dazu zählt jedoch nicht ein TV-Format wie Big Brother. Man hatte sie in Staffel IX und X dabei. Jetzt sollte es damit gut sein.
Hoffen wir auf eine Staffel frei von solchen Darstellern - denn die Hoffnung stirbt zuletzt.
Montag, 24. Januar 2011
Samstag, 22. Januar 2011
Sexy Cora: Boulevardmeldungen
Der Boulevardblätterwald überschlägt sich derzeit mit Meldungen und das Lesen kann einen schon sehr nachdenklich stimmen. Trotzdem niemand von uns sagen, was stimmt davon, was ist zur Auflagensteigerung journalistisch ausgedacht, was wirklich genau recherchiert und wo liegt die Wahrheit eventuell in der Mitte. Gesammelt liest es sich auf jeden Fall ziemlich beunruhigend und stellenweise extrem seltsam.
Aus Liebe brach Carolin ihre Lehre zur Krankenschwester ab, ging anschaffen, wurde zum Pornostar "Sexy Cora", zur Kultfigur des Trash-TV. Die fünfte Brust-Vergrößerung endete tödlich. "Sexy Cora“ starb mit 23. Witwer Tim Wosnitza (25) vermarktet seine Frau auch nach deren Tod.
Carolin Wosnitza lag noch im Sterben, da versuchte der angehende Porno-Witwer bereits eilig, den nächsten PR-Coup für die Marke "Sexy Cora" an Land zu ziehen: Zwei Stunden, bevor die Ärzte seine Frau für tot erklärten, telefonierte Wosnitza mit dem St. Pauli-Museum.
Sein Anliegen: Das Museum soll ein Denkmal für die Pornodarstellerin errichten. Museumschef Günter Zint: "Der Vorstand hat das einstimmig abgelehnt, da es keinen Bezug zu St. Pauli gibt." Die Verantwortlichen zeigten sich befremdet über den Zeitpunkt der Anfrage.
Der Betreiber einer Internet-Plattform für Pornos sagte am Freitag zur MOPO, dass Tim Wosnitza am Wochenende ein "Best of" mit Sex-Szenen seiner toten Frau ins Netz stellen will. Trauerarbeit?
Aus Liebe bricht Carolin ihre Lehre zur Krankenschwester ab, zieht von Schwerin nach Hamburg und geht am Hammer Deich anschaffen.
"Bei ihrem ersten öffentlichen Dreh wäre sie am liebsten weg gelaufen"“, erzählt er 2009 bei einem Interview auf einer Pornomesse. "Ich habe ihr gesagt: Komm, zieh's durch." Carolin gestand: "Ich hab gezittert." Ihr "Manager" lässt sie bei Interviews nur selten zu Wort kommen.
Quelle: Hamburger Morgenpost
Weitere Quelle und fast identischer Text: Express
Quelle: Promis Inside
Bekannt ist zudem, dass aus dem direkten Umfeld jede von Coras Regungen ins Netz gestellt oder an einschlägig bekannte Zeitungen weitergegeben wurde - siehe BILD-Blog - und man damit gezielt die Öffentlichkeit suchte. Aber ist das nicht auch der Preis, wenn ein Mensch die Öffentlichkeit lebt und sogar den GV öffentlich macht? Kann man sich da bei einem Unglücksfall zurückhalten oder bedient man dann auch weiter das, was man vorher schon (gegen Geld) bediente? Ist das in den USA nicht exakt genau so?
Mir wurde aus berufenem Toni-Kennermunde gesagt, meine Meinung fehlte irgendwie im ersten Artikel über den Tod von Cora. Stimmt. Sie fehlte und das aus gutem Grund. Ich habe meine Meinung und meine Sicht zu den Vorgängen noch runtergeschluckt - auch wenn ich dafür mehrfach schlucken musste, bis die Worte wieder runter rutschten, was ich zugebe. Aber es geschah eben bewusst.
Tatsache ist, Cora ist noch nicht beerdigt. Teile ihrer Angehörigen, Freunde und Fans werden mit Sicherheit mitten in der Trauerphase sein. Dem haben wir als externe Beobachter Respekt zu zollen. Die Aufarbeitung, auch hier im Blog, läuft nicht weg. Es gibt für uns keinen Zeitdruck, keine Quotennot, denn die Zugriffe waren auch in unserer Auszeit grandios und das Tag für Tag.
Außerdem gehören nach meinem Dafürhalten die Obduktionsergebnisse dazu, wenn man sich ein umfassendes Bild machen möchte. Also habe ich das getan, was der Situation und dem tragischen Tod von Cora angemessen war und was ich mir von manchen Menschen aus ihrem Umfeld auch gewünscht hätte: Ich habe einfach geschwiegen. Denn Schweigen sagt oft mehr als viele, viele unnütze Worte. So auch hier.
Freitag, 21. Januar 2011
BB 11 in den Startlöchern - wir auch?
Wer Teil des Spektakels im 11. Aufguß werden will, der kann sich jetzt bewerben. Eine Mail an bewohner@endemol.de reicht aus und man ist automatisch in der Verlosung.
Ab Mai 2011 soll das Format nun doch wieder laufen, Big Brother geht in die 11. Runde. 100 Tage soll Staffel 11 über den Bildschirm flimmern. Die Aussagen von Endemol verheißen hinsichtlich des Casts leider wieder nichts Gutes: Es werden außergewöhnliche Personen gesucht und was das heißt, war in Staffel 10 deutlich zu sehen. Extrem, extremer, Big Brother.
Wie wollen sie die Vorgaben aus Staffel 10 toppen? Noch mehr Tätowierte? Bukkake Darstellerinnen (Teilnehmerinnen an Massenbesamungsorgien)? Offene Gewalthandlungen? Psychoterror auf Rezept?
Ich teile die Begeisterung über die Bekanntgabe des Datums zur Neuauflage nicht. Man hätte ruhig 2 Jahre warten sollen und danach mit völlig überarbeitetem Konzept den Markt aufrollen können. Back to basic, mit einigen neuen Elementen.
Oder man orientiert sich vom Aufwand und der Aufmachung her am amerikanischen Format von Big Brother. Zwei garantierte Großmatches die Woche, Absprachen möglich und erwünscht, Allianzen fast Pflicht, ein drittes Match (Luxus oder Schmalhans als Küchenchef) optional, Maulwürfe, vom Zuschauer gesteuerte Bewohner und keinerlei Formateinfluß mehr für den Zuschauermob, was die Exits angeht.
Big Brother hat durch Staffel 10 viel von seiner Unschuld verloren. Gespannt bin ich nur darauf, gibt man dem Format seinen ursprünglichen Zauber zurück oder reitet man die Quotensau gnadenlos weiter und damit dann endgültig zu Tode. Reichen die vergangenen Monate aus, das Konzept so zu überarbeiten, dass es nicht wieder zu einer Eklatstaffel kommt?
Ab Mai 2011 soll das Format nun doch wieder laufen, Big Brother geht in die 11. Runde. 100 Tage soll Staffel 11 über den Bildschirm flimmern. Die Aussagen von Endemol verheißen hinsichtlich des Casts leider wieder nichts Gutes: Es werden außergewöhnliche Personen gesucht und was das heißt, war in Staffel 10 deutlich zu sehen. Extrem, extremer, Big Brother.
Wie wollen sie die Vorgaben aus Staffel 10 toppen? Noch mehr Tätowierte? Bukkake Darstellerinnen (Teilnehmerinnen an Massenbesamungsorgien)? Offene Gewalthandlungen? Psychoterror auf Rezept?
Ich teile die Begeisterung über die Bekanntgabe des Datums zur Neuauflage nicht. Man hätte ruhig 2 Jahre warten sollen und danach mit völlig überarbeitetem Konzept den Markt aufrollen können. Back to basic, mit einigen neuen Elementen.
Oder man orientiert sich vom Aufwand und der Aufmachung her am amerikanischen Format von Big Brother. Zwei garantierte Großmatches die Woche, Absprachen möglich und erwünscht, Allianzen fast Pflicht, ein drittes Match (Luxus oder Schmalhans als Küchenchef) optional, Maulwürfe, vom Zuschauer gesteuerte Bewohner und keinerlei Formateinfluß mehr für den Zuschauermob, was die Exits angeht.
Big Brother hat durch Staffel 10 viel von seiner Unschuld verloren. Gespannt bin ich nur darauf, gibt man dem Format seinen ursprünglichen Zauber zurück oder reitet man die Quotensau gnadenlos weiter und damit dann endgültig zu Tode. Reichen die vergangenen Monate aus, das Konzept so zu überarbeiten, dass es nicht wieder zu einer Eklatstaffel kommt?
Donnerstag, 20. Januar 2011
Traurig, tragisch, sinnlos
Mit großer Bestürzung hat heute die Fangemeinde von Big Brother den tragischen Tod von Cora aus Staffel 10 zur Kenntnis genommen. Ein Tod, wie er sinnloser eigentlich nicht sein kann.
Zuerst einmal gilt unser Mitgefühl natürlich der Familie, den Angehörigen und Freunden von Cora. Möge sie in Frieden ruhen.
Danach muss man sich aber auch die Frage stellen, wieso sie diesen Weg gegangen ist. Wieso die erneute Operation? Wieso die Brust von F auf G vergrößern? Wieso das seinem Körper antun, denn jeder Eingriff ist ein Risiko für Leib und Leben?
Diese Fragen können wir sicherlich nicht beantworten, aber wir können hoffen, dass die, die es betrifft, sich auch diese Fragen stellen und eventuell Antworten finden.
Zuerst einmal gilt unser Mitgefühl natürlich der Familie, den Angehörigen und Freunden von Cora. Möge sie in Frieden ruhen.
Danach muss man sich aber auch die Frage stellen, wieso sie diesen Weg gegangen ist. Wieso die erneute Operation? Wieso die Brust von F auf G vergrößern? Wieso das seinem Körper antun, denn jeder Eingriff ist ein Risiko für Leib und Leben?
Diese Fragen können wir sicherlich nicht beantworten, aber wir können hoffen, dass die, die es betrifft, sich auch diese Fragen stellen und eventuell Antworten finden.
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